#077 Wohnpsychologie mit Uwe Linke Teil II
Shownotes
Eigentlich ist unsere Wohnung schön. Aber irgendwas zwickt und zwackt. Ich fühle mich trotzdem nicht so wohl, wie ich es mir erhofft habe. Wieso nur? Unbewusste Vorlieben, verdrängte Wünsche und zu wenig Zeit, sich mal wirklich damit auseinanderzusetzen. Da kann ein Experte helfen. Auf dem Gebiet der Wohn- und Raumpsychologie ist das Uwe Linke, der den Mood Mirror erschaffen hat und so den Stil-Suchenden hilft den eigenen Wohnträumen näher zu kommen. Er berichtet uns heute von Stimmungen, Showrooms und dem Neuausrichten. Ein wirklich inspirierendes Interview.
Hört einfach mal rein und lasst Euch ordentlich inspirieren! Und wenn Euch die Episode gefallen hat, dann bewertet unser Show mit 5 Sternen. Wir freuen uns riesig darüber. Wir feiern auch jedes Kommentar und jeden Themenwunsch von Euch. Traut Euch ruhig, Eure Frage zu stellen oder Euer Thema mit uns zu teilen.
Uwe findet ihr unter https://www.uwelinke.de/, insta unter raumpsychologie Seine Bücher sind "Die Psychologie des Wohnens - Vom Glück, sich ein authentisches Zuhause zu schaffen" und "Single-Frau wählt Single-Mann….und schaut sich seine Wohnung an"
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Aline von Gut.In.Ordnung - chaos to cosy kümmert sich um Chaos in Familien und coacht Minimalisten oder Menschen, die nachhaltiger leben wollen. Aline: www.gutinordnung.de, insta unter gutinordnung
Tanja von Ordnungsfan kümmert sich um Ordnung bei Senioren und coacht den Umgang mit Routinen Tanja: www.ordnungsfan-neuenhagen.de, insta unter ordnungsfan
Transkript anzeigen
00:00:00: Und dann kann man schauen, braucht man dafür eine Lösung oder darf das einfach parallel nebeneinander stehen?
00:00:05: Hat der einen in Zimmer mit diesem Stil und der andere mit seinem Stil halt eine ganz andere Wohnsituation weil er ein eigenes Zimmer hat wo er es realisieren darf.
00:00:13: Darf bei dem einen jodeln im Zimmer und beim anderen halt spiesig sein!
00:00:17: Das darf manchmal sein wenn man genügend Platz hat und wenn es nicht genug Raum dafür gibt, muss man schauen wie man das vereinigt.
00:00:34: Bei uns
00:00:34: erfahren Menschen die Ordnung lieben und solche, die es noch werden wollen.
00:00:38: Alles zum Thema Ordnung zu Hause, Ordnung
00:00:41: im Job
00:00:41: in diversen
00:00:42: Lebensbereichen
00:00:43: aber auch Ordnung
00:00:44: am Kopf.
00:00:45: Es gibt so viele Wege und Möglichkeiten in eurem Leben ordnen zu schaffen.
00:00:48: lasst euch hier einfach einmal ordentlich inspirieren.
00:00:53: Hallo Tanja!
00:00:54: Hallo Aline
00:00:55: Hey Tanja ich freue mich.
00:00:57: heute geht das Interview mit Uwe Linke zum Thema Wohnraumpsychologie in die zweite Runde Und ich würde sagen da geht's jetzt gleich mal los.
00:01:04: Genau, freut euch!
00:01:05: Bleibt dran.
00:01:06: Es bleibt
00:01:07: spannend.".
00:01:08: Wir hatten ja vorhin schon angesprochen dass man ganz oft diese Gewohnheiten und Bedürfnisse auch in unterschiedlichen Lebensphasen ganz unterschiedlich lebt.
00:01:18: Gibt es für dich in deiner langjährigen Erfahrung so typische Phasen wo sich der Umgang mit der Einrichtung und dem Wohnumfeld ganz deutlich verändert?
00:01:30: Ja, das ist eigentlich bei allen Veränderungen die unser Leben so mit sich bringt.
00:01:34: Also wenn zusätzliche Kinder kommen, wenn Kinder aus dem Haus gehen, wenn man umzieht, wichtigster Punkt?
00:01:41: Wenn letztendlich ein neuer Partner kommt und ein alter Partner geht.
00:01:45: also all diese lebensverinnernden Situationen brauchen auch eine Veränderung in der Wohnsituation und eine Art von Anpassung.
00:01:52: Und wenn es manchmal nur ist dass ich feststelle Ist es alles noch so wie es für mein zukünftiges Leben taugt, das muss eigentlich gar nicht zwanghaft was verändert werden.
00:02:03: Manchmal darf's auch so bleiben weil ich feststelle wenn ich mich so umschau dann ist es noch so wie es mir passt.
00:02:09: Vielleicht kommt die Erkenntnis ja später und vielleicht braucht es gar nicht so viel um irgendwas zu verändern.
00:02:14: Es braucht keine Radikalität aber es braucht immer wieder einen Innehalten und Hinschauen und sich damit ein bisschen auseinandersetzen und dann entscheiden ob es wirklich noch taugte.
00:02:23: Und ich darf damit in Zweifel oder in Ambivalenz sein.
00:02:28: Manchmal habe ich aber den Eindruck, dass sich solche Radikalitäten eben doch auch entwickeln.
00:02:31: Und gerade wenn man sich entwickelt in seiner eigenen Wohnung, wenn ich mich da umschaue, dann ist es ja auch so das die Materialien oder also alle Sinne, die da angesprochen werden – Taktiles, Dioptik, Haptik der Geruch und welche Komponenten sich da ändern im Laufe der Zeit?
00:02:46: Das ist ja schon ganz essentiell für die Art und Weise wie deine Wohnung nach außen wirkt.
00:02:52: Da frage ich mich dann oft wissen die Menschen überhaupt was ihr Stil ist, was sie gerne für Materialien haben?
00:02:59: oder musst du da manchmal auch ganz von vorne ansetzen?
00:03:01: Weil Sie eigentlich eicherustikal von Ihren Großeltern geerbt haben und sich jetzt nicht trauen das auszumisten.
00:03:07: Oder rauszuwerfen aus der Wohnung.
00:03:10: Ich fang immer von ganz vorne an indem ich so ein eigenes Werkzeug entwickelt habe.
00:03:14: Ich lass die Menschen bevor wir beginnen, bevor ich etwas entwerfe oder vorschlage lasse ich die riesigen Materialsammlungen, Collagen legen und zwar mit der speziellen Zielrichtung es nicht passend für irgendjemand oder für irgendetwas zu machen.
00:03:32: Das verwirrt die Leute komplett!
00:03:34: Und das bringt sie gleichzeitig dazu all diese Bilder zu vergessen, die täglich auf uns einströmen oder die wir haben wie etwas sein müsste.
00:03:42: ich nenne das Mood Mirror Und ich habe das inzwischen als Gebrauchsmuster eintragen lassen, weil es eine Methode ist.
00:03:50: Dass die Leute sehr schnell sozusagen A in diese Not bringt, wir müssen uns neu erfinden und wir haben gar keinen Anhaltspunkt, wonach wir uns richten können und damit gleichzeitig in so einen Flow... Oh, wir müssen uns nach nichts richten.
00:04:03: Ob er uns das zu Gesicht steht oder ob es jetzt zu meiner jetzigen Wohnsituation oder Arbeitssituation passt, spielt gar keine Rolle!
00:04:10: Ich darf mich einfach komplett neu erfinden und aus diesem spielerischen heraus... Und das ist eine Erkenntnis aus meinen traumatherapeutischen Ausbildungen Wenn wir im Spiel sind wenn wir spielärisch unterwegs sind Dann kommen wir auf neue Ideen, dann fließt die Kreativität und dann können wir loslassen was wir denken, was wir eigentlich brauchen.
00:04:32: Und wenn wir mit dem Loslassen beschäftigt sind, dann haben wir schon konkret wieder ein Ziel nämlich das Loslassen.
00:04:39: Wenn wir uns neu erfinden können weil Materiale neu zusammenstellen und das zu nichts passen muss, nur zu dem was wir jetzt gerade machen.
00:04:47: Dann haben wir kein bestimmtes Ziel und dann regiert sozusagen unser Unbewusstes.
00:04:52: Und genau das will ich sehen weil dann kommt etwas Neues in Gang und dann haben wir neue Bilder und orientieren uns eben nicht mehr an dem was uns Trends zeigen, was uns die Mode zeigt, was wir denken, was die Nachbarn oder Freunde toll finden oder was wir danken was die anderen gut finden.
00:05:10: Dann kann und will ich mich neu erfinden und die Leute erleben innerhalb von zehn Minuten Sohn umschalten auf eine Freude dieses spielerischen, was dann vollkommen neue Aspekte reinbringt.
00:05:22: Da hat noch jeder drüber gestaunt auch was man daraus ablesen kann letztendlich über sich
00:05:28: Das spielerische und das Spaß daran, das kann ich auch als Nicht-Design-Affin total nachvollziehen.
00:05:34: Hat man dann oder haben deine Kundinnen mit denen du das machst?
00:05:38: Dann trotzdem irgendwie Angst dass es jetzt nicht perfekt ist oder dass es nachher doch nicht passt oder sich so ein Stil in der Zeit auch noch mal verändern kann?
00:05:48: Ja ganz selten, weil wir eben das nicht sozusagen machen damit der Kunde schon die richtigen Materialien für eine Situation aussucht.
00:05:56: Sondern die passen ja sozusagen nur auf diesem Bild, dass ich mir jetzt zusammengestellt habe.
00:06:00: deswegen gibt es ja gar keinen Druck, dass das irgendwie passen muss oder dass sich das nicht verändern dürfte.
00:06:05: Ich arbeite sogar gerade mit diesen Impuls, dass Das ist jetzt so wie sie es gut anfühlt für Sie.
00:06:12: Die Materialien haben die Farben ausgewählt, diese Art von Ordnung, diesen Art von Füllgrad auf diesem Achtzigmal Achtzig Zentimeter großen Rahmen den ich davor gebe.
00:06:21: und Wenn Sie jetzt genau hinschauen, was könnte denn ein neuer Impuls sein?
00:06:27: Angenommen Sie erwarten von mir, dass ich etwas Neues reinbringe.
00:06:31: Dass wir eine Art Veränderung anbringen, die Ihnen gut tut.
00:06:34: In welche Richtung würde das denn gehen?
00:06:36: Welche Farben haben sie denn verwendet und welche nicht verwendeten?
00:06:39: Ich sehe den und den Farbkontrast.
00:06:41: Welcher darf denn sein oder welcher darf der nicht sein?
00:06:44: Man kann Menschen genau auf diesem Bild sozusagen zumuten und gleichzeitig herausfordern etwas Neues zu wagen.
00:06:53: Also wenn nur Ton in Ton Kontraste da sind, dann kann man sagen okay also werde ich auch mal möglich so einen richtigen Knaller hier reinzubringen.
00:07:00: Passt auf den beige & beige Kontrast.
00:07:02: vielleicht mal ein kräftiges Pink oder kräftiges Blau oder ein anspruchsvolles Grün.
00:07:08: Darf eine Herausforderung sein?
00:07:09: Und wo würde die denn passen?
00:07:11: Das ist eben lustiger, wenn das spielerisch auf einem Bild funktioniert weil man es nicht sofort realisieren muss, indem man was Neues kauft.
00:07:22: Insofern ist das eigentlich der geeignete Spielraum um eben dort etwas auszuprobieren, was einen noch nicht sofort festlegt.
00:07:29: und das ist die Arbeit, die ich mit jedem Kunden mache bevor wir sozusagen den eigentlichen Auftrag bis ins Detail diskutieren, weil ich sehe sozusagen schon in Anordnung, in Kontrasten
00:07:39: usw.,
00:07:41: was Sache ist und was letztendlich als Motiv dahinter steckt.
00:07:44: Da gibt es immer eine Seite, die so offensichtlich ist wie sich jemand gerne nach außen zeigt und wie jemand gesehen werden will.
00:07:51: Und dann gibt es eine Seite wo man sieht oh das ist ne Seite die traut man sich nicht so offen zu zeigen.
00:07:56: Und was wäre denn wenn wir dieses Bild drehen?
00:07:58: Wenn die Seite die wir nicht so gerne nach Außen zeigen plötzlich dasteht wie dass was wir von außen wahrnehmen können.
00:08:05: Was macht es mit dir?
00:08:07: ja ist es zu viel?
00:08:08: Und wenn ja, wie würden wir es denn verändern?
00:08:10: So dass sich für dich noch gut anfühlt als kleine Herausforderung.
00:08:14: Aber nicht als Vollkommen über den Kopf stolpen und dann haben wir ein Spielfeld.
00:08:26: Aber das ist ja nur eine Sicht auf die Einzelperson.
00:08:30: Das kommt mir nämlich in den Kopf, dass für eine Person wahrscheinlich total schön Mindblowing ganz andere Ansätze zu sehen von sich selbst als man dachte im Zweifel auch.
00:08:39: Was passiert dann wohnpsychologisch wenn jetzt mehrere Menschen, die eben unterschiedliche Bedürfnisse haben?
00:08:46: Diese Moodboards, also diesen
00:08:50: Muro-Mood,
00:08:51: hast du es glaube ich genannt noch ... Dann ein gemeinsames ... Genau, Mut Meru.
00:08:55: In ein gemeinsames Konzept und in ein gemeinsames Zuhause bringen müssen.
00:09:01: Also ich bin ja als Therapeut, in erster Linie als Paartherapeut unterwegs und als Traumatherapeut.
00:09:07: Und da habe ich mir schon oft diese Frage gestellt aber das hab' ich auch schon vor einigen Jahren entwickelt.
00:09:13: Im Prinzip kannst du zwei Leute so einen Mutmüroparle legen lassen Dann schauen die sich das an und stellen fest wie der andere das konstruiert hat welche Farbkontraste der anderen wählt und dann kann zu sagen ah okay Das scheint unterschiedlich zu sein.
00:09:27: Vielleicht ist es auch sehr unterschiedlich oder vielleicht gibt's gemeinsame Ideen und dadurch, dass du auf diesem Bild bleibst und nicht sofort diskutieren musst wer welchen Kühlschrank mag, wer welche Altekomode von der Oma mitbringt oder solche Dinge oder wer meint wo großer Bedarf ist oder wo gar kein Bedarf isst kannst du auf diesen Bildarbeit und sagen okay jetzt macht ihr aus diesen zwei Bildern eins Jetzt macht ihr ein gemeinsames Mutmirror und schaut mal wie ihr das hinkriegt Und schaut mal wir euch da einigen könnt.
00:09:56: Und das ist zugegeben auf so einem Bild einfacher als dann in der Realität.
00:10:00: Aber man sieht schon, wie die Leute zusammenarbeiten was passt und wo man sagt oh das kriegen wir überhaupt nicht zusammen da haben wir keine Lösung.
00:10:08: Und dann kann man schauen, braucht man dafür eine Lösung oder darf das einfach parallel nebeneinander stehen?
00:10:14: Hat der einen Zimmer mit diesem Stil und der andere mit seinem Stil halt eine ganz andere Wohnsituation weil er ein eigenes Zimmer hat wo er es realisieren darf.
00:10:22: Darf bei dem einen jodeln im Zimmer und beim anderen halt spiesig sein!
00:10:26: Das darf manchmal sein wenn man genügend Platz hat und wenn es nicht genügen Traum dafür gibt, muss man schauen wie man das vereinigt.
00:10:33: insofern... Es muss Gemeinsamkeiten geben, sonst hätte man sich nicht ineinander verliebt.
00:10:38: Sonst hätte man nicht die Idee dass man irgendwie zusammen ist.
00:10:41: aber wenn man quasi beim Zusammenziehen erst feststellt das die Bedürfnisse extrem unterschiedlich sind dann beginnt ehrlich gesagt ganz unfreiwillig so eine neue Phase des Kennenlernens und zwar mit den sichtbaren Bedürfenissen.
00:10:56: Die waren ja vorher offensichtlich nicht so sichtbar.
00:10:58: Beim Wohnen wären sie dann sichtba Das ist natürlich immer wieder konfliktaft entscheidet und hier entscheidet sich, ob das Paar diesen Konflikt meistert.
00:11:07: Ob die Konflikte also etwas sehen können was es halt immer gibt, was man regulieren muss und nicht was entzweit.
00:11:15: Und dann entscheidet sie auch, ob man zusammenbleiben kann dafür und ob man sich dafür miteinander anpassen kann oder letztendlich das nicht gelingt.
00:11:24: Das klingt total spannend.
00:11:26: Ich fühle mich da auch in eine persönliche Situation zurückverletzt und kann das alles sehr gut unterschreiben, und glaubst du dieses Patchwork-Familie zusammenbringen ist da nochmal sehr anspruchsvoll weil ja auch jeder über die Jahre so seinen eigenen Stil entwickelt hat?
00:11:42: Und dann ja man eben gucken muss wie man zusammen lebt.
00:11:45: aber ich finde es schön dass auch jeder die Idee eines eigenen Rückzugsortes für sich haben kann der dann ganz individuell gestaltet ist Dann vielleicht auch noch, je nachdem wie viel Platz es ist.
00:11:55: Da sich jeder entsprechend austoben kann und dann sind ja bei Patchwork Geschichten ganz oft Kinder mit im Spiel Du hast vorhin so ein mutiges Grün genannt habe ich mir notiert als Farbe.
00:12:08: Also beim Sohn der sieht Farbe ganz anders als ich Der ist da viel offener als mein zartes blau und grau und schwarz.
00:12:16: Mir braucht's eigentlich nicht.
00:12:17: Wie ist das wenn man Kinder dann noch mit in diesen Prozess reinbringt?
00:12:22: Also Patchwork-Familien sind natürlich super anspruchsvoll, weil eben alte Binnungen und neue Binnung gleichzeitig sichtbar werden und beide auch wertgeschätzt werden müssen.
00:12:32: Und es sollte sich halt letztendlich im Raum abspielen.
00:12:37: Mit Patchwork Familien sind ja meistens Familien mit Kindern aus erster Ehe und zweiter Beziehung usw.
00:12:43: gemeint.
00:12:43: insofern Kinder bringen da im Prinzip immer auch einen frischen Wind mit rein, weil sie halt eher impulsiver sind.
00:12:50: Die meisten Kinder zumindest und so unbefangler letztendlich an Dinge herangehen Und letztendlich einen selber auch wieder an diese Idee bringen, wie funktioniert denn die eigene Regulation?
00:13:05: Also das Leben Zusammenleben anpassen hat extrem viel mit der eigenen Regulationsfähigkeit oder mit der Co-Regulation von anderen Menschen zu tun.
00:13:14: insofern.
00:13:15: ist es wichtig, von Kindern aufzunehmen was die an Impulsen bringen und gleichzeitig aber auch so eine Sicherheit auszustrahlen dass erwachsene Bezugspersonen Eltern einen sicheren Rahmen geben müssen damit das nicht sozusagen in ein Extrem abdriftet.
00:13:32: Insofern glaube ich, dass wir viel von Kindern lernen können.
00:13:36: Weil wir in der Kindheit im Idealfall offen sind für neue Erfahrungen.
00:13:41: Wir testen Grenzen aus und natürlich auch auf die eigenen Grenzen und die anderen.
00:13:47: Wir haben aber im Laufe der Zeit immer enger Vorstellungen und zu viele Bilder wie Wohnen aussehen soll.
00:13:52: Und wir orientieren uns an Trends oder wir haben viele Bilder, die wohnen für andere Orte, für andere Menschen schön sind wie das für unsere Freunde eine Quelle von Anerkennung sein kann dass wir sagen ah ja wenn die Freundin sagt es schaut toll aus bei uns dann sollten wir uns mehr nach dem orientieren und das machen wir letztendlich natürlich ganz unbewusst.
00:14:10: also Wie wir wohnen, zeigt ja welchen Status wir herstellen wollen.
00:14:14: Es zeigt wie wir gesehen werden wollen und letztendlich würden Kinder sehr viel impulsiver an diese Dinge herangehen und experimentell.
00:14:22: Da braucht es Eltern, die so ein Feingefühl entwickeln für das richtige Maß an Orientierung und Sicherheit auf der einen Seite.
00:14:28: Also für die richtigen Rahmenbedingungen auf der anderen Seite eben für Explorationen, für Ausprobierende auf der andern Seite.
00:14:34: Es ist immer so ein Abwägen wie wir damit umgehen Und das eine Kind braucht mehr von einem experimentellen und ausprobieren und von dem impulsiven.
00:14:42: Das andere kind braucht mehr sicheren Rahmen und mehr Gewöhnung und gewohntes.
00:14:47: Insofern kann man's nicht pauschal sagen was da das Richtige ist braucht das Feingefühl, was für dieses kennt oder diese Konstellation dann das Richtige ist.
00:14:57: Aber meinst du es gibt irgendwann im Laufe der Zeit so ein Art Wendepunkt wo sich die spielerische Offenheit tatsächlich in einen Schubladendenken umwandelt?
00:15:08: Also gibt's da den Moment wo man auch sagen kann... Dieses Imposive, dieses aus dem Bauch heraus von den Kindern.
00:15:14: Das geht dann plötzlich verloren und plötzlich kommt eben dieses.
00:15:17: Ich muss Konventionen einhalten.
00:15:18: ich kann mich nicht mehr nach innen richten sondern ich schaue nach außen.
00:15:21: gibt's da so einen?
00:15:22: also hast du in deinen vielen Aufträgen bemerkt ja da gibt es tatsächlich so einen bestimmten Punkt im Alter wo das dann automatisch auftritt.
00:15:30: Schule der Eintritt in die Schule ist bei den Kindern fast immer der Punkt, wo A. die Kinder merken hier passiert was anderes.
00:15:39: es geht um Leistung.
00:15:40: ich muss aufmerksam sein das spielerische jeden Stück verloren und vor allem aber auch die Idee Eltern.
00:15:46: so jetzt ist mein Kind in einer anderen Phase.
00:15:48: jetzt muss und jetzt brauchen wir ein Schreibtisch und also die Eltern drängen die Kinder auch sozusagen bewusst ein neues Zeitalter der Anpassung in einem Schulsystem Und es ist weder gut noch schlecht.
00:16:03: Auf der einen Seite ist diese Anpassung notwendig, auf der anderen Seite kann sie auch viel zu viel sein Und letztendlich müssen sich die Eltern mit den Kindern da hinein sozusagen begeben.
00:16:14: Wenn ich als Elternteil sofort in diese Idee verfalle, so jetzt muss gepaukt werden und es muss gute Leistung abgeliefert werden.
00:16:20: Mein Kind muss jetzt funktionieren damit wieder gut durch die Schulzeit kommen und die Weichen gestellt werden für einen guten Schulabschluss und für den zukünftigen Beruf.
00:16:29: Dann tritt ganz viel Zwang ein und dann nimmt man dem Kind dass noch nicht erwachsen ist und noch nicht in der Pubertät ist halt zwanghaft, diese Idee das Kind sein und Erwachsen werden ein fließender Prozesshafter Übergang ist.
00:16:44: Und deswegen brauchst du auch da das fein Gefühl um spielerisch zu begleiten und viel Halt-und Orientierung zu geben aber auch gleichzeitig noch viel von einem kindhaften sein darf.
00:16:55: also es ist immer schwierig sozusagen diesen Übergangs zu gestalten Aber es ist eine tolle Herausforderung auch für die Eltern.
00:17:03: Die Beeltern wachsen da ja auch mit und müssen ihr eigenes, wie bin ich eingespannt?
00:17:07: Wie lasse ich mich von den Ideen der Gesellschaft sozusagen oder meines Arbeitsgebers oder von meiner eigenen Art, wie arbeite ich was bedeutet Arbeit für mich dann einspannen?
00:17:18: Oder vielleicht könnte das auch anders konstruiert sein?
00:17:22: Das klingt total spannend!
00:17:24: Da muss ich gleich nochmal eingeretschen.
00:17:26: Hast du denn da auch Tipps, wenn jetzt das Kind mit dem Schuleintritt das vielleicht noch mitgemacht hat aber dann eben in eine rebellische Phase übergeht?
00:17:33: Wo es sagt, dann räume ich mein Zimmer gar nicht mehr auf und kann an meinem Schreibtisch nicht sitzen?
00:17:36: Also ich frage für ne Freundin!
00:17:41: Ich fragt jemand anders.
00:17:42: Das hat nichts mit mir zu tun.
00:17:43: Das kenne ich gut.
00:17:45: Würde ich auch genauso machen.
00:17:47: Naja... Wenn Kinder rebelieren ist es ein gutes Zeichen.
00:17:53: Ich weiß, dass es für die Eltern im Prinzip immer unangenehm ist.
00:17:56: Aber A. Die Kinder bringen diesen Ärger diese Wut mit nach Hause weil sie's dort dürfen und sich erlauben das mitzubringen.
00:18:05: Das ist eine Art von Wertschätzung, die wir nicht sofort erkennen können.
00:18:09: Und wenn wir Wut haben dann zeigt das Kind sozusagen seine Grenzen auf.
00:18:14: Und das ist wichtig wahrzunehmen und zu schauen, was steckt dahinter?
00:18:18: In welchem Bereich braucht es eine Anpassung?
00:18:20: Ist das Kind schlagartig überfordert worden oder hat das Kind wenig Möglichkeiten auszuleben?
00:18:27: Vielleicht hat das Kinder mit seinem eigenen Verhalten dazu beigetragen – das kann schon sein!
00:18:30: Aber das sind Hilfeschrei nach bestimmten Anpassungen, die jetzt getroffen werden müssen.
00:18:35: Wenn das Kind die Erweigerung hat Ordnung anzunehmen, aufzuräumen einen bestimmten Rahmen auszufüllen, dann kann das ein Hilfeschrei sein der sehr wichtig ist den wahrzunehmen und ich kenne es aus meiner eigenen Kindheit auch.
00:18:53: Ich fühle mich tatsächlich in einer aufgeräumten Wohnung sehr wohl.
00:18:58: Ich brauche es für meine Beziehung.
00:18:59: In meinem Büro ist ein kleines Chaos und das macht mich kreativer als wenn da Blitzblank aufgerömmt ist.
00:19:05: Ich muss zugestehen, ich habe für heute aufgeräumt.
00:19:08: In meinem Arbeitszimmer sieht man nicht, weil ihnen alles unschaff ist.
00:19:11: Ja, ich sitze ja von einem riesigen Materialregal vor riesigen Sammlungen die ich für meine Kunden brauche aber natürlich kann ich sie nicht immer brauchen in aller Präsenz und trotzdem hab' ich immer viele Dinge parallel offen an denen ich arbeite.
00:19:25: Ich brauch diese Art von Abwechslung auch Und auf das sollte man noch eingehen.
00:19:28: also was es für ein Kind das Richtige?
00:19:30: Nur eine starre Ordnung oder ein stares Geordnetsein hilft einfach nicht jedem Menschen.
00:19:35: Das ist keine gute Idee, zu sagen Ordnung ist das Maß aller Dinge.
00:19:40: Nee manchmal kann auch ein kleines Chaos ganz einfach super entspannen!
00:19:43: Ich kenne es aus meiner Kindheit weil mein Kinderzimmer auch ein Teil des Showrooms unseres Einrichtungshouses war und wir Kinder mussten sozusagen funktionieren.
00:19:53: und ich kann mich noch erinnern dass ich Leintücher und Decken gesammelt habe und ich hab mir unter meinem Hochbett als Kind oder als elfjähriger oder als achtjähriger so ein kleites Zelt gebaut wo ich das machen konnte was ich wollte.
00:20:04: Ich hatte da so einen kleinen Kassettenrekorder und ich hatte meine Lieblingsbücher, meine Lieblingstofftüre.
00:20:08: Und das war so meine kleine Familie und es waren meine heile Welt!
00:20:11: Und nur dieses Leintuch war dazwischen aber für mich ein heiliges Zelt in dem ich zurückziehen konnte wo ich auch ein Chaos haben konnte.
00:20:17: Insofern ist für mich Ordnung immer mit Ambivalenz verbunden.
00:20:22: Ich habe dann auch lustigerweise aus diesem Trauma heraus dass ich mir eine Abgrenzung selber schaffen muss weil das natürlich von meiner Mutter etwas übergriffig war.
00:20:31: Auch mein Kinderzimmer... als Showroom des Hauses mitzuverwenden.
00:20:34: Ich hatte Verständnis dafür, aber das war natürlich wenig Verständniss für das Kind in mir und ich habe später aus diesem Traum heraus auch in meinem eigenen Geschäft in den ersten Jahren gewohnt weil es finanziell nicht anders ging oder ich glaubte dass es finanziell nicht anders ginge.
00:20:48: Ich hab wieder im Showroom gewohnd als dreinzwanzigjähriger und hab erst Zeit gebracht um zu kapieren, das ist eine wirklich richtig schlechte Idee.
00:20:57: Zu dem Zeitpunkt konnte ich nichts anderes machen.
00:20:59: Es hat dann noch ein paar Jahre gedauert, bis ich gemerkt habe diese Trennung ist so wichtig dieser Rückzugsbereich es so wichtig für mich Und es nicht eben immer in der Öffentlichkeit stehen.
00:21:09: Ich hatte noch so eine Phase, als ich mit der Idee Schwanger laufen bin... ...ich verkaufe mein Laden und ziehe weg von Passau.
00:21:17: Ich gehe nach München, da kennt mich kein Schwein und das ist gut so!
00:21:21: Ich war ein Passer immer so in der öffentlichen Zeit.
00:21:23: Ich war immer der Mann mit dem Einrichtungsaus.
00:21:26: Das habe ich genossen.
00:21:27: auf der einen Seite oder auch die anderen Seite war's auch dass ich mich nie hab frei bewegen können weil mein Kopf hier gesagt hat hey dich kennt fast hier in Pasa, ich bin beunter Hund.
00:21:38: Ich muss das verkörpern was ich verkaufe, was sich anbiete und wer ich hier
00:21:42: bin.".
00:21:42: Und in München kannte mich einfach kein Schwein und es war so wohltuend!
00:21:47: Ja da konnte ich tun und lassen was ich will und nicht dass das sehr notwendig gewesen wäre weil ich besonders ausschreiben gewesen wäre sonst irgendwas oder weil ich unsozialisiert wäre... Das ist gar nicht das Ding.
00:21:57: Aber ich fühlte mich da eben sehr, sehr frei.
00:21:59: Und das war ein Passau eigentlich Niederfall wo ich mein Einrichtungshaus hatte.
00:22:03: insofern es ist immer so eine Gratwanderung mit dem was brauche ich an Freiheit und was brauch ich als sicheren Rahmen?
00:22:09: Wann brauche rückzugs Bereiche und Rückzugsräume?
00:22:14: weil ich einfach eher ein introvertierter bin aber auch sehr extrovertiert wirken kann und auch sehr extravertiert in der Welt rumlaufen kann.
00:22:21: Ich kann einen Vortrag von zweihundert Leuten halten aber nicht über meine Schüchternheit.
00:22:27: Ich kann das gerne über andere Themen halten.
00:22:29: Und ich bin in vielen Podcasts und trete öfters in der Öffentlichkeit auf mit Vorträgen oder mit Beiträgen, aber ich möchte nicht in die Öffentlichkeit auftreten mit mir als Person zu dem Thema was bin ich als Mensch in dieser Gesellschaft?
00:22:44: Möchte ich nicht!
00:22:47: Das ist mir heilig.
00:22:48: Es ist so ein Stückchen privat.
00:22:50: Ich möchte nicht meine Beziehung zur Öffentlich- keitsarbeit machen.
00:22:57: Das ist eben der freie Wille und das soll dir auch gegönnt sein.
00:23:00: Aber ich musste gerade so schmunzeln, als du meintest vom Passau nach München.
00:23:04: Super weit ist das zwar nicht aber die Größe der Stadt ist ja doch entscheidend kriegtest du eben gleich diesen neuen Blickwinkel, den ja auch so die Asiaten sozusagen von dem Glück dass man mal heilsam entrümpelt indem man entweder den Ort entrümpelt oder auch den Besitz entrümpelte.
00:23:20: und so will ich dem wohl wieder schlagen.
00:23:23: zur Wohnung das es also das ist ja eben total wohltut sein kann.
00:23:29: Auch mal da kritisch drauf zu gucken wer bin ich was will ich?
00:23:31: Und dass man dann eben auch sagt Ja komm jetzt lasse sich die Dinge los
00:23:36: Es bleibt weiter spannend.
00:23:38: Teil zwei haben wir mit Uwe geschafft und das letzte, den letzten Teil des Gesprächs wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.
00:23:46: Nein auf keinen Fall!
00:23:47: Das wäre nämlich genauso spannend wie die anderen beiden Teile davor und deswegen freue ich mich wenn wir auch in der nächsten Episode wieder mit Uwa ins Gespräch kommen.
00:23:53: Danke bis dahin ciao.
00:23:55: Bis dahin Ciao.
00:23:58: Also Mich hat diese Podcastfolge mal wieder ordentlich inspiriert.
00:24:02: Ich schau jetzt gleich einmal
00:24:03: nach was ich
00:24:04: davon noch für mich
00:24:05: umsetze Und wenn ihr mehr über das Thema
00:24:08: und uns
00:24:09: erfahren wollt,
00:24:10: dann besucht uns auf
00:24:11: unserer Website ordentlich-inspiriert.de oder auf Instagram
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