#076 Wohnpsychologie mit Uwe Linke Teil I

Shownotes

Wir kommen in eine Wohnung und fühlen uns sofort wohl oder eben auch nicht. Manche Menschen richten ihr Zuhause ein und Du weisst, wer dort wohnt. Alles ist stimmig. Manche Menschen aber suchen immer noch nach ihrem Stil und den vermeintlich passenden Einrichtungsgegenständen. Doch sie kommen nie in ihrer Traumwohnung an. Ein Experte auf dem Gebiet der Wohn- und Raumpsychologie ist Uwe Linke. Er berichtet uns heute von Ge-wohn-heiten und Wohnen. Ein wirklich inspirierendes Interview.

Hört einfach mal rein und lasst Euch ordentlich inspirieren! Und wenn Euch die Episode gefallen hat, dann bewertet unser Show mit 5 Sternen. Wir freuen uns riesig darüber. Wir feiern auch jedes Kommentar und jeden Themenwunsch von Euch. Traut Euch ruhig, Eure Frage zu stellen oder Euer Thema mit uns zu teilen.

Uwe findet ihr unter https://www.uwelinke.de/, insta unter raumpsychologie Seine Bücher sind "Die Psychologie des Wohnens - Vom Glück, sich ein authentisches Zuhause zu schaffen" und "Single-Frau wählt Single-Mann….und schaut sich seine Wohnung an"

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Tanja von Ordnungsfan kümmert sich um Ordnung bei Senioren und coacht den Umgang mit Routinen Tanja: www.ordnungsfan-neuenhagen.de, insta unter ordnungsfan

Transkript anzeigen

00:00:00: Räume können ja einfach nur Behältnisse sein für Möbel und nützliche Gegenstände.

00:00:05: Ich brauche ein Bett, ich brauche einen Tisch, brauche eine Waschmaschine oder so was – oder eine Küche!

00:00:10: Aber es könnte auch sozusagen eine Heimat für Bedürfnisse und Emotionen sein und das ist ein großer Unterschied ob dann durch die Räumefunktion entsteht oder eben auch Geborgenheit Raum zur Begegnung mit anderen oder zu Raum zur Begegnung mehr selbst.

00:00:24: uns kann auch sein dass wir mit zu vielen Gegenständen einfach ja zu viel Beweise für unser vergangenes Leben sammeln.

00:00:37: Herzlich willkommen bei Ordentlich Inspiriert, dem Ordnungs-Podcast mit Aline und Tanja!

00:00:43: Bei uns erfahren Menschen

00:00:44: die Ordnung lieben um solche, die es noch werden wollen alles zum Thema Ordnung

00:00:49: zu Hause,

00:00:49: Ordnung im Job in diversen Lebensbereichen aber auch Ordnung

00:00:53: am Kopf.

00:00:54: Es gibt so viele Wege und Möglichkeiten in eurem Leben ordnen zu schaffen.

00:00:57: lasst euch hier einfach einmal ordentlich

00:01:00: inspirieren.

00:01:02: Hallo Alina

00:01:04: Hallo Tanja!

00:01:06: Schön, dich wieder zu sehen und zu hören.

00:01:08: Und auch heute haben wir einen Gast bei uns in der Runde aber ich will gar nicht so viel vorweg spoilern.

00:01:13: Wir fangen mal ganz klassisch an Aleen wie sie es bei uns gehört.

00:01:17: Wie war denn deine Ordnungswoche?

00:01:19: Ja Tanja schön dass du fragst.

00:01:21: meine ordnungs woche war in dieser Woche geprägt von einer Familie die ich jetzt schon länger begleite.

00:01:26: das ist eine Frau die ADAS hat und ihre zwei Kinder haben's auch noch dazu dabei sehr viel Ballast einfach loszuwerden und auch die ganzen ungetroffenen Entscheidungen nicht noch länger hinaus zu zögern, sondern die einfach auch zu entscheiden das gehen zu lassen oder an einen festen Platz zu räumen.

00:01:43: Und das hat meine Ordnungswoche geprägt.

00:01:45: wir sind jetzt ein ganzes Stück weiter und es ist immer sehr erfüllend bei dieser Familie zu sein weil ich auch sehe wie sie aufblühen in ihrer neuen Ordnung und in diesen Systemen die sich selber schaffen und damit auch ein ganzer Stück Lebensqualität gewinnen.

00:01:59: Das hört sich schön an.

00:02:01: Ja, da kann ich nicht mithalten.

00:02:02: Meine war ganz schnüte und klein.

00:02:04: Ich habe nämlich mal wieder unsere Ecke mit den Schuhen und unser Schuhregal sortiert Und meine Tanzschuhe die mich schon viele Jahre über diverse Abendveranstaltungen und in wechselnden Kleidern getragen haben mussten gehen.

00:02:18: Es ließ sich irgendwie nicht mehr vermeiden.

00:02:20: Die ein zwei drei diesel ist locker und Löcher haben sich dazu gesellt und ich habe beschlossen es ist Zeit.

00:02:29: Und ganz klassisch nach one in, one out hab' ich natürlich neue Exemplare gefunden.

00:02:35: du kennst mich, es stresst mich total schuhe zu kaufen aber ich habe mich dem gestellt und so habe jetzt ein neues Exemplar bei mir drin.

00:02:42: Ich weiß, die meisten Frauen werden das nicht verstehen.

00:02:44: Aber ich habe wirklich Stress einzukaufen und Schuhe einzukauen.

00:02:47: also damit kann man mich wirklich quälen.

00:02:49: insofern hab' ich meine Tandschuhe wirklich so lange getragen wie es überhaupt geht.

00:02:52: aber du wärst stolz auf mich wenn du mein neues Exemplar sehen würdest.

00:02:56: Sehr gut, will ich auf jeden Fall sehen.

00:02:58: Nicht beim Beide-Schuhe kaufen geht bei mir tatsächlich mega schnelles und meistens Sneaker und die, die mir gut passen und leicht sind, die werden gekauft.

00:03:05: aber Ich fühle mit dir Tanzschuhe so noch mal was besonderes Und die müssen auch gut passend und eine gute Qualität haben und das dauert seine Zeit.

00:03:13: Na gut Aber du hattest es schon gespoilert.

00:03:15: Wir haben heute einen Gast und da freue ich mich ja als Designerin total dass wir ihn bekommen haben Uwe Linke.

00:03:23: und bevor ich ihn mal introduce, frage ich auch Uwe wie war deine Ordnungswoche?

00:03:28: Hallo Elin.

00:03:29: Hallo Tanja Also meine Ordnungswoche waren ein bisschen durcheinander gewirbelt, nachdem ich mit vielen Anläufen meine Terrasse und meinen Wintergarten schönen Ordnung gebracht habe.

00:03:40: Und alles gefegt habe und die Pflanzen arrangiert habe weil ja jetzt Sommer ist, kam mein Bruder eigentlich mit einem tollen Geschenk.

00:03:48: er hatte große Pflanzschalen übrig und die hat er mir vorbeigebracht.

00:03:54: Im Prinzip sind die toll, aber jetzt muss ich wieder neu arrangieren und muss die vorhandenen Kunststofftöpfe wieder entfernen.

00:04:01: Und das wieder umpflanzen in die eigentlich sehr viel schöneren Tönernengefäße.

00:04:06: Aber ich merke, dass das stresst mich und ich muss es jetzt so ein bisschen zurückstellen und eins nach dem anderen machen weil sie zwar neuer und besser sind, aber auch schöner ausschauen.

00:04:16: Es ist einfach wieder eine Haufen Arbeit der da auf mich zu rollt.

00:04:19: Insofern habe ich jetzt einfach mal zurückgestellt

00:04:22: Sehr gut.

00:04:23: Das ist ja vielleicht auch der richtige Weg, ich kann es mir vorstellen wenn das Schöneure dann einzieht ist das schön.

00:04:27: aber eigentlich war das Projekt ja fertig und du dachtest dir großen berg geschafft und jetzt wieder von vorne.

00:04:33: Aber ich glaube insgesamt kann dich dass nicht so sehr stressen wie wie du jetzt gerade im kopf denkst weil Wenn ich auf deine agenda gucke was du alles schon gemacht hast Und wer du so bist dann Ja bin ich ja total happy dass Du heute mit uns sprichst und Ich kann nur sagen was was du Alles bis zum Beispiel geschäftsinnhaber buchautor Leider Designer, Psychotherapeut, Prozessberater.

00:04:55: Raumkomzeptionierer hast jahrelange Erfahrung und vierstellige Wohnraumberatungen hinter dir.

00:05:02: also du bist wirklich immer der wohnen in seiner ganzen tiefe betrachtet hast deswegen auch zwei Bücher rausgebracht zur Wohnraumpsychologie.

00:05:10: Und genau darum soll es heute gehen, nicht nur um schöne Räume sondern eben auch Räumen die wir mal als Spiegel unserer Persönlichkeit betrachten unsere Beziehungen und auch unser inneren Prozesse was uns stresst und was nicht.

00:05:23: Deswegen ja herzlich willkommen Uwe hier bei unserem Podcast!

00:05:27: Dankeschön

00:05:28: Tanja.

00:05:28: Ja, also ich hab jetzt ganz viele Rollen gehört und bei uns beiden.

00:05:33: Also von Aline und mir ist sie die Designerin ja?

00:05:35: Ich habe da irgendwie ein Gen was mir nicht liegt.

00:05:39: deswegen finde ich sowas immer ganz faszinierend.

00:05:41: Und wenn ich in Raum gestalte oder Design mache dann guckt Alina drüber hat irgendwie so einen Zauberstab und die Welt sieht anders aus.

00:05:48: Also ich bewundere das total.

00:05:50: Wenn man da so ein Gen für hat... Und jetzt hat Aline die ganzen Rollen aufgeführt, die du schon eingenommen hast oder einnimmst.

00:05:57: Gibt es da einen roten Faden der sich durch deine Arbeit zieht?

00:06:01: Ich muss dazu sagen dass ich ja nicht mehr alle Rollen habe.

00:06:03: das Geschäft hab' ich ja vor siebzehn Jahren verkauft mein Einrichtungshaus und ich bin jetzt tatsächlich nur noch als Wohn- und Raumpsychologe unterwegs und als Psychotherapeut und es sind zwei Berufe die bei mir parallel laufen.

00:06:16: und wenn ich so zurück schaue dann merke ich das im Prinzip ging es immer um Anpassungen meiner Arbeit.

00:06:24: Also ich bin ja eigentlich gelernter Modedesigner und habe mit einer Schneiderlehre angefangen nach dem Abitur.

00:06:30: Und durch die Umstände der Zeit, meine Mutter ist sehr früh gestorben und ich bin im Einrichtungshaus meiner Mutter aufgewachsen, hab' ich dann sozusagen die restlichen Dinge aus dem Einrichtungshaus verkauft und hab' dann die Idee gehabt, ich könnte ja selber ein Einrichtingshaus aufmachen was jetzt ursprünglich nie auf meiner Agenda stand weil ich das als Kind eigentlich immer als belastend empfunden habe so in einem Showroom aufzuwachsen.

00:06:52: und es war dann auch so eine Idee was ein Einrichtenhause ist neu erfinden, weil ich gemerkt habe vielleicht ist man als Passauer mit der Idee als Modedesigner nicht genau am richtigen Platz.

00:07:04: Da müsste man in einer großen Stadt sein um Leute zu finden die Lust haben sich einkleiden zu lassen.

00:07:10: und meine Idee war ja nie eine Kollektion zu entwerfen die dann so angestreift und abgestreift werden kann für alle möglichen leute sondern meine idee war immer das passende einen Menschen zu finden, also einen Stil für jemanden zu finden.

00:07:25: Etwas womit sich Menschen identifizieren können.

00:07:28: und es geht eben im Wohnen eigentlich sehr viel besser als mit Kleidung weil Kleidungen so etwas vorübergehen.

00:07:33: das ist Und auch das Wohnen ist im Prinzip immer eine Art von Anpassung.

00:07:38: Also entweder ich passe mich mit meinem Verhalten an die Umwelt an Das dann der therapeutische Zweig oder Ich passe die Umwelt oder den Raum für mich an Das ist das Wohnpsychologe.

00:07:51: Insofern geht es viel bei diesen Themen um die Anpassung.

00:07:58: Nun hast du ein Buch geschrieben, Single Frau wie Single Mann?

00:08:01: und schaut sich seine Wohnung an.

00:08:03: Da geht es ja auch genau ganz viel darum, wie Einrichtung und Charakter oder auch diese versteckten Züge dabei erst auf den zweiten Blick hervortreten.

00:08:10: Und das ist schon mal eine sehr spannende Komponente.

00:08:13: Was hatte ich denn bewegt dieses Buch zu schreiben?

00:08:15: Und was hast du sozusagen beim Schreiben und danach noch einmal für dich festgestellt?

00:08:19: Oder was ist hinzugekommen, was du uns vielleicht heute noch mitgeben willst?

00:08:23: Also mein erstes Buch war die Psychologie des Wohnens.

00:08:25: da habe ich komplett ins Blaue reingearbeitet weil ich hatte ja noch das Einrichtungshaus klar, ich möchte nicht ewig so weitermachen weil ich immer mehr gemerkt habe.

00:08:34: Ich bin Unternehmer und eigentlich wollte gar kein Unternehmer sein sondern ich wollte jemand sein der etwas für Menschen macht und mit Menschen zusammenmacht und mir das einrichten immer sehr viel mehr Spaß gemacht als ein Einrichtungshaus mit zwanzig Mitarbeitern zu führen.

00:08:46: Insofern wusste ich irgendwann muss sich meine Arbeit verändern und ich hab ja während meiner Zeit mit dem Einrichtungsaus diese psychologischen Ausbildungen gemacht und Fortbildungen Zwei Berufe bedient.

00:08:59: Auf der einen Seite Einrichter und Unternehmer zu sein, auf der anderen Seite Psychotherapeut für bestimmte Ideen wie man das Leben verändern oder sich verändern und anpassen kann.

00:09:10: Und irgendwann hatte ich die Idee, ich muss das irgendwie zusammenbringen.

00:09:14: Das kann nicht mehr parallel und so getrennt voneinander laufen... ...und dann entstand eben diese Idee des Buches was hat Wohnen mit uns zu tun?

00:09:22: Also wo ist die Psychologie?

00:09:26: Was wir in den Wohnen sozusagen realisieren?

00:09:28: Und da es sehr gut ankam meinte der Verlag sie müssen uns noch ein neues Buch schreiben Wir brauchen noch eins!

00:09:33: Und was könnten Sie denn machen?

00:09:36: Damals gab's ja überhaupt nichts in diesem Bereich.

00:09:40: Ich war sozusagen der Pionier der Wohnpsychologie, habe erst mal diesen Begriff gefunden und hab auch viel Helme dafür erfahren.

00:09:47: Weil die Leute dann gesagt haben, brauchen die Räume jetzt auch schon Therapeuten?

00:09:50: oder was ist los mit dir?

00:09:53: Das hat also wirklich erst langsam Einzug gefunden und es gab ja damals noch kaum Studien zu diesem Themen wie das Wohnen-Einfluss auf uns hat oder wie Räumen auf uns wirken.

00:10:05: Und wenn nicht aus dem europäischen Raum sondern eher von Feng Shui und anderen Bereichen.

00:10:12: Und meine erste Idee war ja dann... wieder ein Buch zu machen, das an die Wohnpsychologie anknüpft.

00:10:19: Aber eben auf eine andere Art und Weise nicht sozusagen schauen was sagen die Farben über dich aus?

00:10:25: sondern was sagt es aus?

00:10:26: Was du schon für dich gemacht hast?

00:10:28: also wie hast Du dir deine Umwelt gestaltet und was ist der Rückschluss letztendlich auf Dich als Person.

00:10:34: Also Wie kommst du auch die Idee sozumachen?

00:10:37: warum nimmst du genau diese farben Und warum passt die diese raumanordnung oder dieser freie Raum zu Dir?

00:10:43: Oder Dieser vollgestellte Raum?

00:10:45: Das war mein großes Anliegen, aus Single-Wohnungen heraus zu filtrieren.

00:10:52: Was ist die Idee dahinter?

00:10:54: Was ist das Motiv darunter?

00:10:56: Weil mich das auch in meiner therapeutischen Arbeit am meisten fasziniert.

00:11:03: Wenn wir sehen ... eine bestimmte Art von Ordnung herstellt oder bestimmte Farben verwendet, oder bestimmten Farben ausschließt.

00:11:10: Also was auch immer wie Menschen erst machen dann sehen wir ja das Symptom sozusagen aber wissen noch nicht was das Motiv dahinter ist.

00:11:18: und in der gesamten psychologischen Forschung hat man gemerkt Ja des Symptoms kann vieles bedeuten.

00:11:23: ich muss wissen was da eigentlich Beweggrund drunter ist und das habe mich eben dann auch beim Wohnen immer mehr interessiert.

00:11:30: und deswegen gab es dieses zweite Buch wo er verlagt diesen eigenartigen Titel ausgewählt und ihr gesagt, lassen wir nicht drüber verhandeln.

00:11:38: Haben wir auf der Buchmesse vorgestellt?

00:11:39: Das war ein Buch ohne Inhalt.

00:11:41: aber wir haben den Titel vorgestellt Single Frau Welt Single Mann und schaut sich seine Wohnung an.

00:11:46: und das hat sich so gut verkauft bevor der Inhalt eigentlich klar war.

00:11:50: und dann musste ich tatsächlich abliefern und es auf dieses Thema hin münzen.

00:11:55: aber es geht eigentlich gar nicht um Single Frauen und es geht auch nicht um single men als geht.

00:11:59: Aber das sind halt die Leute die Bücher kaufen Die Ratgeberbücher kaufen noch erreichbar sind auf dem Buchmarkt und deswegen ist es halt auch diese Frage gemünzt, aber im Prinzip hat's mit der Singlefrau eigentlich gar nicht viel zu tun.

00:12:14: Du darfst natürlich jetzt nicht zu viel spoilern, aber ja du hast recht.

00:12:17: Ich habe das Buch natürlich auch gelesen.

00:12:18: ist die Single Frau per se wird vielleicht nicht direkt angesprochen Aber lustigerweise hast du ja auch viele Praxisbeispiele Auch wenn die Bilder jetzt natürlich schon was älter sind weil das Buch ja auch schon eine Weile auf dem Markt ist.

00:12:29: Das war schon sehr faszinierend auch doch zu sehen wie dann eben diese Gegenstände und die Materialien die benutzt werden auch etwas darüber verraten Wie der Mensch ist.

00:12:37: also ich hab da schon dass ein oder andere schmunzeln manchmal Auf den Lippen gehabt weil ich so dachte Aja guck dadurch das kuschelt hier verrät und das und jenes.

00:12:44: Aber da will ich auch nicht so viel spoilern, dann sollen sich die Leute das Buch mal kaufen und egal wie.

00:12:50: also ich mit der Brille als Frau habe das trotzdem gerne gelesen weil ich mir dachte cool wenn ich das nächste Mal in eine andere Wohnung komme dann gucke ich da mit einem ganz anderen Blick drauf und mal sehen was ich dafür ein Thema aufwerfen kann was der Gastgeber vielleicht so nicht gedacht hat.

00:13:07: Ja, was schön.

00:13:08: Was ich daraus höre ist aber auch das es jetzt nicht wertend oder bewertend ist.

00:13:13: Man nimmt die Situation und die Räume und den Menschen so wie er ist und schaut dann eben dahinter.

00:13:19: also man muss sich jetzt nicht irgendwie verurteilt oder beurteilt werden.

00:13:24: oder habe ich das falsch verstanden?

00:13:27: Nee, ist völlig richtig.

00:13:28: Also das her sozusagen eine Grundmaxime die wir als Therapeuten oder Berater haben dass wir nicht bewerten sondern eher versuchen zu verstehen warum jemand so eine Konstruktion gewählt hat.

00:13:39: Eine Bewertung kommt ja aus meinem Kopf und wenn wir ne Wahrnehmung haben und etwas sehen dann wird es ja erst durch unsere Bewertungen zu einem Gefühl bei uns Und diese Bewertung steuern wir selber bei.

00:13:52: Insofern, das ist meine Interpretation und es würde die Person ignorieren um die es geht und auch ihre Motive ignorieren.

00:13:59: Selbst wenn uns jetzt was chaotisch oder eigenartig oder sinnlos erscheint, steckt er für die Personen um die Es geht was Sinnvolles dahinter?

00:14:07: Uns kann sein dass das auch bei der Person noch unbewusst ist aber das möchte ich eben gemeinsam erforschen Und vielleicht gibt es dann einen hilfreicheren oder sinnvolleren Weg, um etwas auszudrücken oder etwas in Ordnung zu bringen.

00:14:21: Oder etwas zu realisieren was der Raum eben für eine Wirkung für mich haben soll.

00:14:27: Wie ist das in deiner Praxis wenn du siehst?

00:14:29: Wenn die Menschen lernen in der Arbeit mit dir ihre Räume erwärtschätzend als kritisch zu betrachten Was verändert sich bei der Person

00:14:37: Ners fällt uns im Prinzip leicht, die Potenziale zu sehen und wie wir eine hilfreiche Wirkung für uns herstellen können.

00:14:44: Wäume können ja einfach nur Behältnisse sein für Möbel- und nützliche Gegenstände.

00:14:49: Ich brauche ein Bett, ich brauche einen Tisch, brauche eine Waschmaschine oder so was – oder eine Küche!

00:14:55: Aber es könnte auch sozusagen eine Heimat für Bedürfnisse und Emotionen sein.

00:14:59: Und das ist ein großer Unterschied, ob dann durch die Räume Funktionen entsteht oder eben auch Geborgenheit Raum zur Begegnung mit anderen oder zu Raum zur Begegnung mehr selbst.

00:15:09: Uns kann auch sein dass wir mit so vielen Gegenständen einfach ja zu viel Beweise für unser Vergangenesleben sammeln.

00:15:17: oder wenn wir unser Zuhause zu so einem starren Museum machen, dann hat es oft gar nichts mehr mit unserem aktuellen Leben zu tun.

00:15:25: Das ist zwar ein Raum mit einer großen Wertschätzung eingerichtet aber dieser Raum spiegelt halt nicht mehr unser Leben im Hier und Jetzt wieder und hat auch nichts mehr zu tun mit dem was noch aus unserem Leben werden kann.

00:15:37: also der ist dann gar nicht auf die Zukunft ausgerichtet.

00:15:40: Deswegen braucht es so eine Balance zwischen gestern und heute der Zukunft.

00:15:46: Und wir schauen so schnell in die Vergangenheit, wenn wir überlegen wie wir uns einrichten und schauen viel weniger drauf.

00:15:52: ja wie muss denn das Wohnen für unsere Zukunft ausschauen?

00:15:55: Und ich habe ja aufgrund meines Alters, ich bin ein Sechzig, hab' ich auch immer wieder mit Leuten zu tun.

00:16:00: Die älter sind als ich oder zumindest gleich alt in einer ähnlichen Lebensphase.

00:16:04: und dann geht's auch öfters drum dass man sagt naja jetzt komme ich in die Rente und jetzt mach ich es mal richtig!

00:16:10: Jetzt nehme ich nicht mehr Berücksicht auf die Kinder weil sie längst aus dem Haus sind und jetzt habe ich vielleicht einen neuen Partner.

00:16:15: oder der Partner ist schon gestorben gegangen oder es hat sich irgendwie was Lebensumstandmäßiges verändert und jetzt kann ich das endlich so machen wie ich es schon immer wollte Und muss natürlich auch schauen, okay was passiert wenn ich in zehn Jahren vielleicht nicht mehr so beweglich bin.

00:16:29: Wenn ich Einschränkungen habe.

00:16:32: Was weiß ich?

00:16:32: Ich wenig Geld zur Verfügung habe oder wenn ich mich endlich so realisieren kann wie ich das schon immer wollte weil mir niemand mehr reinredet.

00:16:39: Alles es gilt ja im Prinzip anzuschauen und deswegen ist diese Wertschätzung für das eigene, für das vergangene, für die jetzige und für das zukünftige gleichermaßen wirksam und hilfreich.

00:16:51: Das hört sich total schön an.

00:16:53: Wir merken es ja auch bei vielen Kundinnen, die wir betreuen wenn sie so eine Lebensphase sind, die sich ändert das sich dann auch in Bezug auf Einrichtung Ordnung und so ganz viel ändert.

00:17:03: Obwohl

00:17:03: ich mir da schon vorstelle dass das so wie du es jetzt gerade beschreibst natürlich ein sehr großer Prozess ist ne?

00:17:09: Dass die zukünftige des jetzigen die Vergangenheit zu betrachten.

00:17:13: Wenn du jetzt dann zu jemanden kommst der so deine Beratung gerne möchte womit fängst du denn tatsächlich an?

00:17:18: mit der Vergangenkeit und sagst komm lass da mal mehr los wir schauen uns mal an, was nötig ist oder beginnst du erst mit der Vision und der Zukunft?

00:17:24: Dass du sagst wo willst du eigentlich hin so dass sie viel besser darauf gucken können.

00:17:29: Was in der Vergangenheit einfach auch noch da...was von der Vergange halt einfach noch da ist und was jetzt weg kann

00:17:35: Das hat ein bisschen zu tun mit den Wünschen und Zielvorstellungen der Kunden.

00:17:41: Im Prinzip kommt man nie darum rum zu schauen was war und es zu würdigen Und ob dann sozusagen ausmisten oder ordnen der erste Vorgang ist, oder ob man sich zuerst mit der Vision beschäftigt wie das Wohnen denn in Zukunft sein soll.

00:17:55: Insofern ich habe da keine starre Vorgehensweise und es muss auch nicht so ganz groß sein sondern manchmal sind es kleinere Sachen die verändert werden können oder dies in der eigenen Haltung zu verändern gilt um schon eigentlich relativ viel zu bewirken.

00:18:11: also es ist einfach total abhängig von der Aufgabe die jemand mitbringt.

00:18:15: manchmal braucht es das auch, und das ist auch die Aufgabe von einem guten Berater.

00:18:19: Und das werdet ihr in eurer Arbeit merken.

00:18:21: Manchmal muss man sozusagen auch korrigierend eingreifen und sagen okay ich höre was ihr Wunsch ist, was ihr Bedürfnis ist und vielleicht lassen wir uns mal gemeinsam schauen stimmt das so?

00:18:32: Was hätte das denn für eine Wirkung wenn wir das so machen?

00:18:35: ja?

00:18:36: Ist es die Wirkung die sich eigentlich vorstellen oder Nicht?

00:18:41: alle leben alleine.

00:18:42: Wir leben mit der Familie, wir leben mit Partnern zusammen oder in einer vielleicht größeren Gemeinschaft.

00:18:48: Was hätte das denn dann für eine Auswirkung auf das System, in dem wir leben?

00:18:53: Und die Partnerschaft ist schon ein System.

00:18:55: oder die Kinder, mit denen wir zusammenleben, ist eine Art von Systemen.

00:18:58: Insofern gilt es einfach auch, die Fragen zu überprüfen und die Zielrichtungen zu überprüfen und dann loszulegen.

00:19:05: Und nicht sozusagen blenden längsten Auftrag anzunehmen weil er ist eigentlich noch nicht hundertprozentig geklärt.

00:19:10: Auftragsklärung ist eines der wichtigsten Punkte, damit wir überhaupt eine Beratung gut gestalten können und es ist egal ob das eine Wohnberatung, eine Aufräumberatungen oder sonst was ist.

00:19:21: Ja und spannend dass das immer so individuell ist, das merken wir ja auch.

00:19:24: da ist ja jeder ganz ganz unterschiedlich auch wenn bestimmte Grundzüge dann immer gleich sind.

00:19:30: Wenn ich jetzt als Zuhörer hier lausche und mir meine eigenen Verwände vielleicht anschaue, und denke, was meint er denn jetzt damit?

00:19:38: Wie merke ich dann, was ich wirklich brauche oder welche Dinge ich vielleicht einfach nur besitze weil ich es sich schon immer besessen habe.

00:19:45: Oder gibt's da so einen Ansatz wenn unsere Zuhöre in dir folgen?

00:19:51: Naja, das klingt ein bisschen so als wäre es ungünstig wenn man Dinge nur aus Gewohnheit oder aus einem Wunschverhalten hat.

00:19:58: Also ich glaube dass Wohnen schon so eine Mischung ist Aus brauchen und gewohnt sein.

00:20:03: Der entscheidende Punkt werfe mich eher so dieses Motiv wofür ich etwas brauche.

00:20:08: also Ich zum Beispiel ich liebe Giraffen und Esel Und ich habe mehrere aus Stoff und Holz und Stoff Tier hin weil sie im fünften Stock in München wahrscheinlich eher untraktisch ist, sich eine Giraffe zu halten.

00:20:19: Und weil ich leider keine Farme in Afrika hab, habe ich halt lieber Stofftiere und ein paar Holzgeraffen.

00:20:25: Ich hab sogar immer eine am Schreibtisch hier, weil ich die so niedlich finde.

00:20:30: Insofern sammle ich auch Dinge aus Gewohnheit oder aus einer Sehnsucht heraus aber ich brauche sie natürlich nicht.

00:20:38: Aber ich kann mich dann fragen ob vielleicht statt den zwanzig Giraffen, die ich habe lieber eine besondere behalten will und lieber mal spa dass sich eines Tages mal nach Afrika fliegen kann.

00:20:50: Und dann eine Giraffe auf Augenhöhe füttern kann und streicheln kann und das vielleicht meine Sehnsucht noch eher erfüllt als eben die Zwanzig Stoff- und Holztiere die ich hier rumstehen habe.

00:21:00: Aber letztes Jahr ist mir der Wunsch erfüllt worden Ich durfte eine Giraffee streichlen und durfte sie füttern.

00:21:11: Ja, insofern ist es nicht immer sozusagen das Verdammen des Sammelens oder der Gewohnheit.

00:21:20: Gewohnheit, gewohnt sein.

00:21:22: Das hat ja ganz viel miteinander zu tun ist der gleiche Wortstamm.

00:21:25: insofern das gibt es uns auch Sicherheit.

00:21:27: und auch Gegenstände können uns einen sicheren Rahmen geben weil wir uns mit Dingen umgeben die uns etwas vermitteln Weil die Dinge eine Seele haben weil wie verknüpft sind Mit Erinnerungen mit Menschen und mit Erlebnissen Und manchmal einfach auch nur mit Sehnsüchten.

00:21:42: Insofern gilt einfach hinzuschauen was is es Welche Bedeutung hat es für mich?

00:21:47: Und kann ich das loslassen und dem einen Ort geben, der in mir drin ist und eben nicht gegenständlich ist.

00:21:54: Und manche Dinge brauchen Gegenstände!

00:21:56: Ich könnte nie auf meine Bücher verzichten selbst wenn ich noch nicht alle gelesen habe oder manche vielleicht nie lesen werde... ...oder manche ich in manche nie mehr reinschaue obwohl die mal wichtig waren für mein Leben und trotzdem werde ich sie nicht wegwerfen.

00:22:10: Aber spannend, dass du das sagst mit der Urlaubsreise.

00:22:12: Also zum einen herzlichen Glückwunsch, dass Du auf Maurizier schon einen Giraffe streichen konntest.

00:22:16: Das konnte ich noch nicht, obwohl ich mal in Kenia ganz nah dran war.

00:22:20: aber das mit der urlaubs reise finde ich in dem Sinn spannend weil ich das auch schon mal im podcast erwähnt habe und witzigerweise du das auch in deinem buch die Psychologie des Wohnens beschreibst Dass man wenn man von einer urlaupsreise zurückkommt so ein ganz anderen blick seine Wohnung hat und auf das, was da aus Gewohnheit herumsteht.

00:22:39: Und dass das ein sehr guter Moment ist um einfach mal zu schauen.

00:22:42: gehört es noch zu meinem Leben?

00:22:43: habe ich vielleicht etwas anderes mitgebracht was etwas ersetzen kann und könnte nicht da ansetzen zu gucken ob ich nicht mit weniger auskomme denn meistens ist ja wirklich so in einem Urlaub Da ist man mit den Basics unterwegs und dann merkt man erstmal wenn man zurück kommt was im Zweifel alles noch in der Wohnung steht was du eigentlich nicht brauchst und dich mehr belastet.

00:23:03: Zollig richtig!

00:23:03: Genau so wie ein

00:23:04: Keller.

00:23:05: Der Abstand macht, dass ich plötzlich Dinge sehen kann, die mir jetzt im täglichen Leben mit dem Gewohnsein und den normalen Bedürfnissen des Alltages den Blick nicht mehr dafür habe.

00:23:19: Der Abstand macht es aus!

00:23:21: Ja, Aline.

00:23:21: Wir brechen jetzt ganz hart weil wir bei unserer Eierurzeit bleiben ja den Podcast mit Uwe ab aber wir spoilern mal.

00:23:29: das war so spannend das Gespräch dass wir sagen wir machen etwas was wir sonst nie machen Aline Teil zwei und drei

00:23:36: So ist es.

00:23:36: Also erstens werden wir bemerkt haben, dass die Eierohr nicht kam und zweitens haben wir tatsächlich das längste Interview unseres Lebens jetzt mal geführt mit Uwe.

00:23:45: aber da ist so eine spannende Persönlichkeit und hat so viel zu erzählen, dass wir uns dazu entschlossen haben jetzt noch Teil zwei und drei auch noch für euch rauszubringen.

00:23:53: und ja deswegen freue ich mich wenn das interview in der nächsten Episode weitergeht.

00:23:58: bleibt dran bis dahin ciao

00:24:01: ciao.

00:24:03: Also mich hat diese Podcast-Folge mal wieder ordentlich inspiriert.

00:24:07: Ich schau jetzt gleich einmal nach, was ich davon noch für mich

00:24:10: umsetze!

00:24:11: Und wenn ihr mehr über das Thema und uns

00:24:14: erfahren wollt,

00:24:14: dann besucht uns

00:24:15: auf unserer Website ordentlichnimesinspiriert.de oder auf Instagram unter ordentlichinspirierte.

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